FIFA und Co. – Wie viel Glücksspiel verträgt ein Spiel? – FIFA

Lootboxen, Skins und Packs – Glücksspiel gibt es in vielen Videospielen. FIFA kriegt immer wieder Kritik ab, doch andere Spiele habe auch ähnliche Probleme. Wie viel Glücksspiel verträgt ein Spiel?

In der roten Edition von Pokemon war es ein kleiner Automat in der Spielhalle, der die erste Faszination von Glücksspiel in einem Videogame war. Inzwischen sind Zufallsmechanismen durch Lootboxen, Packs oder andere Konzepte sehr verbreitet in der Videospielwelt. Durch sie lässt sich viel Geld machen.

Im Falle von EA und seinen Live Services wie Kartenpacks in FIFA Ultimate Team und Co. können es auch mal Einnahmen von 2,2 Milliarden US-Dollar in einem Fiskaljahr sein. In den Jahren 2017 bis 2019 ist der FUT-Anteil am Umsatz von 16 auf 28 Prozent gestiegen.

Dadurch ist in FIFA seit Jahren ein regelrechter Hype ausgebrochen. YouTuber Erne Emboli vom Kanal FeelFIFA sprach im FIFA-Podcast Reingeschwitzt! über den Status quo und ständige Packopenings: “Vielleicht sollte man da ein Limit reinsetzen, das man nur so und so viele öffnen darf. Aber da kann man auch nichts machen. Und wenn ich da nicht mitziehe, dann kann ich keine Formate kreieren, wo es Münzen für braucht.” Ein kostspieliger Kreislauf.

Katalysator “Skins” in CS:GO

Auch in Counter-Strike: Global Offensive sind Lootboxen seit ihrer Einführung im August 2013 ein großes Thema. Über Kisten, die erspielt oder mit Echtgeld gekauft werden können, können zufällige Waffenskins gezogen werden. Dabei sind manche mehr Geld wert als die 2,20 Euro Einsatz, der Großteil ist aber weniger wert.

Die Einführung der Skins gab dem Spiel einen großen Boost, was das Interesse und die Spielerbasis angeht. Es gab bald teurere Waffenskins, die über Drittplattformen verkauft und auch über Sportwetten verzockt wurden. Das Wetten wurde inzwischen unterbunden, der Skin-Hype ist aber immer noch riesig.

Einen spielerischen Vorteil wie in FIFA Ultimate Team bieten besondere Items in CS:GO nicht. Geholfen haben die Skins dem Spiel in seiner Entwicklung aber extrem.

Glücksspiel und die meisten Downvotes überhaupt

Ein absolutes Negativbeispiel mit Strahlkraft war der Fall Star Wars Battlefront 2. Ein Darth-Vader-Skin war nicht von Anfang an spielbar und nur durch eine immense Spieldauer oder den Erwerb von Lootboxen mit etwas Glück zu kriegen.

Ein Fan kritisierte dies und die Antwort von Entwickler EA wurde zum Reddit-Beitrag mit den aktuell meisten Downvotes überhaupt. Die Mechanik wurde dann aus dem Spiel entfernt. Dort wurde das Glücksspiel dem Spiel zum Verhängnis.

Ab wann ist es Glücksspiel?

In FIFA geht es nur um Ingame-Gegenstände als Gewinn und kein echtes Geld, auch wenn das zum Investieren benötigt wird. In Deutschland fällt das nicht unter die Glücksspielregelung. Andere Länder wie Belgien sind dort rabiater. Dort kann man keine FIFA Points mehr für Echtgeld kaufen. Auch in Kanada gab es nun jüngst die Überlegung eines Verbotes für FIFA Ultimate Team.

Klar ist, dass die Spielefirmen einen Großteil ihrer Einnahmen über Mikrotransaktionen, wie sie für Lootboxen nötig sind, generieren. Glück spielt eine große Rolle und mit Blick auf die oft junge Spielerschaft, wirkt das System umso schlimmer. Ein Spiel wie FIFA ist natürlich auch mit Blick auf die deutsche Rechtslage für alle Alterstufen freigegeben.

Die belgische Justizministerin erklärte 2018 laut PC Gamer: “Die Verbindung aus Glücksspiel und Videospiel, vor allem im jungen Alter, ist gefährlich für die Psyche eines Kindes.”

Bei den steigenden Umsätzen ist es aber fast schon unrealistisch, dass das eine Rolle für die Entwicklung von Videospielen mit Lootboxen spielt.

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Bildquelle: EA Sports


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